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PEPAnhang XIIILeistungsbewertungIVDR

Performance Evaluation Plan (PEP) nach IVDR Anhang XIII

Der Performance Evaluation Plan (PEP) ist der strukturierte Plan zur Bewertung der analytischen und klinischen Leistung eines IVD. Für LDTs nach IVDR Artikel 5 Abs. 5 ist der PEP Teil des technischen Dossiers und Grundlage der GSPR-Konformitätsbewertung.

Was ist ein Performance Evaluation Plan?

IVDR Anhang XIII definiert die Anforderungen an die Leistungsbewertung. Der PEP ist das Planungsdokument, das beschreibt, wie die Leistungsbewertung durchgeführt wird — bevor die eigentlichen Daten erhoben werden.

Der PEP gliedert sich in zwei Teile:

Teil A: Analytische Leistungsbewertung

Bewertung der messtechnischen Eigenschaften des Tests: Präzision, Richtigkeit, Messunsicherheit, Nachweisgrenze, analytische Spezifität, Kreuzkontamination, Interferenzen, Linearität, Carry-over.

Teil B: Klinische Leistungsbewertung

Bewertung der klinischen Nützlichkeit: Sensitivität, Spezifität, positiver und negativer prädiktiver Wert, klinische Trennschärfe. Datenquellen: eigene Studien, Literatur, Registerdaten.

Pflichtbestandteile des PEP nach Anhang XIII IVDR

1

Zweckbestimmung und klinischer Kontext

Für welche Analyte, Matrix, Patientengruppe, klinische Indikation? Was ist der klinische Nutzen des Tests?

2

Beschreibung des Testverfahrens

Messprinzip, Reagenzien, Geräte, Software, Kalibrierung, Referenzintervalle, Cut-offs.

3

Plan zur analytischen Leistungsbewertung

Welche analytischen Parameter werden untersucht? Mit welcher Methode (CLSI-Protokolle, ISO 5725)? Welche Akzeptanzkriterien gelten?

4

Plan zur klinischen Leistungsbewertung

Eigene klinische Studie oder Literaturrecherche? Einschlusskriterien für Proben/Studien, statistische Methoden, Referenzstandard.

5

Risikomanagement-Referenz

Verweis auf die ISO-14971-Risikoanalyse; wie fließen Leistungsdaten in die Risikobeurteilung ein?

6

Post-Market Performance Follow-up (PMPF)

Plan zur kontinuierlichen Überwachung der Leistung im Betrieb: IQC-Statistiken, externe Ringversuche, Fehlermeldungen.

Analytische Leistungsparameter: Übersicht

ParameterBeschreibungReferenz
WiederholpräzisionVariabilität bei wiederholter Messung derselben ProbeCLSI EP5
VergleichspräzisionVariabilität zwischen Geräten/StandortenCLSI EP5
Richtigkeit / BiasAbweichung vom wahren Wert oder ReferenzmethodCLSI EP9, ISO 15189
MessunsicherheitQuantitative Aussage über den Bereich der MesswerteJCTLM / Eurachem
Nachweisgrenze (LoD)Kleinste detektierbare Menge mit definierter SicherheitCLSI EP17
Bestimmungsgrenze (LoQ)Kleinste quantifizierbare Menge mit akzeptabler PräzisionCLSI EP17
Analytische SpezifitätFreiheit von Kreuzreaktivität mit anderen Analytentestspezifisch
Linearität / AMRMessbereich, in dem lineare Beziehung giltCLSI EP6
InterferenzenEinfluss von Hämoglobin, Bilirubin, Lipämie etc.CLSI EP7

Klinische Leistungsbewertung für LDTs: Datenquellen

Nicht jedes Labor kann eigene klinische Studien durchführen. IVDR Anhang XIII akzeptiert verschiedene Datenquellen für die klinische Leistungsbewertung:

Eigene Leistungsstudie

Geeignet wenn: Neuentwicklungen, keine Literatur verfügbar

Hoch

Literaturbasierte Bewertung

Geeignet wenn: Bewährte Methoden mit publizierter Evidenz

Mittel

Äquivalenznachweis zu CE-IVD

Geeignet wenn: Modifizierter kommerzieller Test als Ausgangsbasis

Mittel

Vergleich mit Referenzstandard

Geeignet wenn: Wenn Goldstandard verfügbar (z. B. Kultur, Sequenzierung)

Niedrig bis mittel

Ringversuchs-Daten (EQA)

Geeignet wenn: Unterstützende Evidenz für etablierte Methoden

Niedrig

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